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Der Löwe und das Lamm
Der Löwe und das Lamm
12.02.2026 | Rubrik: Impuls | 1.5 Minuten Lesezeit | Autor: Martin Maag

In der Welt läuft gerade viel. Nicht nur für Pessimisten und Schwarzseher ist klar, dass sie in letzter Zeit ein unsicherer Ort geworden ist. Auf Europa und den sogenannten Westen trifft das auf jeden Fall zu.

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich in meiner täglichen Bibellektüre in der Offenbarung des Johannes unterwegs. Die Kapitel machen deutlich: Es gibt viel zu tun und durchzustehen. Schliesslich aber wird es so sein, dass Gottes Gerechtigkeit sich durchsetzt, dass das Böse vollkommen besiegt wird und Gott seine Kinder durch alles hindurchbringt. «Weine nicht», ruft einer der Ältesten Johannes zu. Es ist ein Vorgeschmack auf das, was in Kapitel 21,4 folgt: «Gott wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod, und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz.»

Wie soll das Realität werden? Immerhin sieht es im Moment eher nach mehr Schmerz, Tod, Tränen und Trauer aus. Gott hat seinen eigenen Plan. Ein Löwe wird in Offenbarung 5 angekündigt. Es ist der Löwe aus dem Stamm Juda. Johannes kennt die Bibel und hört die grösseren Zusammenhänge ganz bestimmt sofort heraus. Als er hinschaut, sieht er aber keinen Löwen, sondern ein Lamm. Was jetzt? Wird Gott die Welt durch den Löwen oder durch das Lamm zum Ziel führen?

Wer an einen Löwen denkt, denkt an Kraft und Durchsetzungsvermögen. Ein Lamm dagegen – ein geschlachtetes Lamm – ist der Inbegriff von Leid und Schwachheit. Es dauert nicht lange, bis Johannes realisiert: Der Löwe ist auch Lamm und das Lamm ist auch Löwe. Hier geht es um ein Löwen-Lamm. Mit dem Löwen-Lamm wird sich Gottes Königreich durchsetzen. Der Sieg des Löwen hat mit dem Opfer des Lammes zu tun. Löwe und Lamm sind die beiden Seiten derselben Münze.

Und was heisst das alles für uns? Als Jesus-Nachfolger schauen wir auf den Löwen. Er wird sich durchsetzen, nicht wir. Das wird für die Welt unvergleichliche Konsequenzen haben. Das zeigen die weiteren Kapitel der Offenbarung. Das Reich des Löwen-Lamms kommt und ist schon da. Wir sind bereits ein Teil davon. Und als Jesus-Nachfolger schauen wir auch auf das Lamm. Die Sünde ist vergeben. Der Zugang zu Gott ist frei. Wir gehören zu ihm. Das kann durch nichts übertroffen werden.

Menschen sehnen sich nach diesen Dingen. Deshalb ist es so wichtig, dass diejenigen in unserer Gesellschaft sichtbar und hörbar werden, deren Leben dem Löwen-Lamm gehört. Wir fassen Mut, das Gute zu fördern und das zu tun, was Gottes Reich zum Durchbruch verhilft.

Bild vom Host

Martin Maag

Präsident Viva Kirche Schweiz

Martin Maag ist verheiratet, Vater, Pastor in Romanshorn und seit 2025 Präsident der Viva Kirche Schweiz.
Der Löwe und das Lamm
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